Foto rein, Rotlicht an. Belichten, abwedeln, entwickeln, stoppen, fixieren, wässern, aufhängen. Wer das Weißlicht zu früh anmacht, verliert das Bild. Dein Foto verlässt dabei nie deinen Browser.
Während der Belichtung die Maus (oder den Finger) über das Blatt halten: Abwedeln hält Licht zurück (heller), Nachbelichten gibt nur dort Licht (dunkler). Unter Rotlicht siehst du die Projektion durch den Rotfilter, ohne das Papier zu belichten.
Der Vergrößerer projiziert das Negativ auf Fotopapier. Wo die Szene hell war, ist das Negativ dicht, kommt wenig Licht durch, das Papier bleibt weiß. Helle Stellen im Negativ lassen viel Licht durch: dort wird der Abzug schwarz. Zweimal umgekehrt ergibt wieder richtig herum.
Belichtung = Lichtmenge × Zeit. Jede Blendenstufe halbiert das Licht (f/8 → f/11), doppelte Zeit verdoppelt es. Die Gradation ist der Kontrast des Papiers: 0 weich und grau, 5 hart und knackig. Der Teststreifen zeigt fünf Zeiten nebeneinander, bevor du ein ganzes Blatt verbrennst.
Während der Belichtung hält man mit einem Stäbchen Schatten über Stellen, die heller werden sollen (abwedeln), oder gibt durch ein Loch in einer Pappe extra Licht auf Stellen, die dunkler sollen (nachbelichten). In Bewegung bleiben, sonst sieht man die Kante.
Der Entwickler macht das unsichtbare, latente Bild sichtbar – nach 60–90 s ist es durch, zu lange wird alles grau (Schleier). Ohne Schwenken entwickelt es ungleichmäßig. Das Stoppbad bricht ab. Der Fixierer löst das unbelichtete Silbersalz heraus, erst danach verträgt das Bild Licht. Die Wässerung spült den Fixierer raus, sonst vergilbt der Abzug.
Schwarzweißpapier ist blind für Rot. Deshalb darf die Dunkelkammer rot leuchten, und man sieht, was man tut. Weißlicht vor dem Fixieren belichtet alles, was noch empfindlich ist: das Blatt wird im Entwickler schwarz. Probier es aus, der Schalter ist oben rechts.
Das Papier folgt einer vereinfachten Schwärzungskurve (Dichte über log Belichtung, Steilheit = Gradation). Entwicklung, Fixierung und Schleier sind Zeitfunktionen im Zeitraffer 5×, die Belichtung läuft in Echtzeit. Zahlen sind Anschauung, keine Datenblätter.
Das Foto, das du hier entwickelst, geht nirgendwo hin: kein Upload, kein Server, alles im Browser. Genau das ist die Idee der Dunkelkammer-Box. Die KI arbeitet in einer kleinen schwarzen Kiste bei dir zu Hause, das Bild von dir entsteht drinnen, und von außen kommt kein Licht rein.
Zur Dunkelkammer